Geteilte
Elektromobilität
im Dorf
Mobil zu sein ist wichtig, auch im ländlichen Raum.

Mit geteilter Elektromobilität schaffen wir gemeinsam eine einfache, bezahlbare und klimafreundliche Lösung für unser Dorf.
Mobil bleiben
im ländlichen Raum
Warum braucht das Dorf neue Mobilität?

Im ländlichen Raum ist das Auto oft unverzichtbar. Doch steigende Kosten, wenig Angebote und die Klimaziele stellen uns vor neue Herausforderungen.
Wenig Alternativen
Busverbindungen sind oft selten oder
unpraktisch – besonders abends und
am Wochenende.
Klima & Umwelt
Mobilität verursacht einen großen Teil
der CO₂-Emissionen. Auch hier braucht
es neue Lösungen.
CO₂-Emissionen in der Wallonie nach Sektoren (2023)

In der Wallonie verteilen sich die CO₂-Emissionen auf verschiedene Bereiche wie Industrie, Gebäude, Landwirtschaft und Verkehr. Der Verkehrssektor gehört dabei zu den größten Verursachern und ist für rund ein Viertel der Emissionen verantwortlich. Pkws verursachen rund 60% der Verkehrsemissionen und 16 % der gesamten CO₂-Emissionen.
Steigende Kosten
Anschaffung, Unterhalt und Reparaturen eines eigenen Autos werden für viele Haushalte immer teurer.
Was kostet ein eigenes Auto pro Monat?


Ein eigenes Auto verursacht hohe Kosten – auch wenn es selten genutzt wird.
Laut „Total cost of ownership of car powertrains in Belgium“
(Bureau Fédéral du Plan)
Mobilität entscheidet auch über Teilhabe:
- Wer kein eigenes Auto hat, ist oft benachteiligt – besonders junge und ältere Menschen.
- Gibt es Alternativen zum eigenen Auto – ohne auf Freiheit zu verzichten?
Geteilte Mobilität -
was bedeutet das?
Die wichtigsten Vorteile:
Weniger Kosten
Keine Anschaffung, keine Reparaturen, keine Fixkosten. Bezahlt wird nur, wenn man fährt.
Weniger Autos im Dorf
Ein geteiltes Auto kann mehrere private Fahrzeuge ersetzen.
Mehr Gemeinschaft
Das Auto wird gemeinsam organisiert und genutzt – Verantwortung wird geteilt.

Geteilte Mobilität
bedeutet: Ein Auto
wird von mehreren
Menschen genutzt,
nur dann, wenn man es braucht.

Nutzen statt
besitzen!
Für wen ist geteilte Mobilität geeignet?
Familien und Personen,
die nur gelegentlich ein Auto brauchen
(oder als Ersatz für ein Zweitauto).
Senior:innen,
die mobil bleiben möchten.
Jugendliche & junge Erwachsene,
ohne eigenes Auto.
Personen,
die ihr wenig genutztes Auto teilen möchten, um dessen Nutzung besser auszulasten und Kosten zu reduzieren.
So funktioniert
Auto-Teilen im Alltag
Schritt-für-Schritt-Ablauf

Die Nutzung eines geteilten Autos ist einfach und flexibel. Eine einmalige Registrierung genügt. Danach kann das Fahrzeug jederzeit gebucht werden.
1
>
Einmal anmelden
und freischalten lassen.
2
>
Fahrzeug reservieren
Auto bequem per App oder Computer buchen.
3
>
Fahrzeug nutzen
Zum reservierten Zeitpunkt per App öffnen und losfahren.
4
>
Zurückbringen
Fahrzeug am vorgesehenen Standort abstellen und wieder laden.

Die Nutzung ist klar organisiert und geregelt:
- Versicherung ist abgedeckt
- Wartung und Kontrolle erfolgen regelmäßig
- Nutzung und Abrechnung sind transparent
- Unterstützung bei Problemen ist gewährleistet
Praktische Vorteile im Alltag
- Kein Aufwand für Wartung oder Organisation
- Fahrzeug steht bereit, wenn es gebraucht wird
- Flexible Nutzung je nach Bedarf

Netzwerk
Courant d’Air ist Teil des europäischen
Netzwerks The Mobility Factory (TMF), das 19 Genossenschaften aus 5 Ländern mit über 400 geteilten Fahrzeugen und mehr als 7.000 Nutzer:innen verbindet.
TMF entwickelt und betreibt die Buchungsplattform für das Autoteilen.
Die App ermöglicht Reservierung, Fahrzeugzugang, Abrechnung sowie die Verwaltung von Fahrzeugen, Nutzer:innen und Gruppen.
Ein Projekt
für das Dorf
Geteilte Mobilität funktioniert am besten, wenn sie lokal organisiert ist.
Das Fahrzeug
Das bereitgestellte Auto wird bereitgestellt:
- von einer Privatperson, die ihr Fahrzeug zur Verfügung stellt und besser auslasten möchte
- von der Gemeinde, die diese Form der Mobilität aktiv unterstützt
- oder von der Energiegenossenschaft Courant d’Air
Standort & Infrastruktur
Ein geeigneter Standort ist eine wichtige Voraussetzung für das Projekt. Die Gemeinde kann dazu beitragen, indem sie einen Parkplatz zur Verfügung stellt und die Installation einer Ladestation ermöglicht.
Organisation & Betrieb
Courant d‘Air und Movia organisieren den Betrieb und sorgen für eine reibungslose Nutzung:
- Buchungs- und Nutzerplattform
- Abrechnung der Nutzung
- Versicherung des Fahrzeugs
- Unterstützung bei Fragen oder Problemen
Die Nutzer:innen vor Ort
Die Nutzer:innen verwenden das Fahrzeug verantwortungsvoll und tragen aktiv zum Gelingen des Projekts bei.
Dieses Projekt verbindet die Gemeinde, die Bürger:innen und unsere Energiegenossen-schaft.

Lokale Einbindung & Unterstützung vor Ort:
Im Idealfall gibt es eine lokale Kontaktperson, die als Schnittstelle zwischen Dorf und Organisation dient und das Projekt vor Ort begleitet. Je nach Situation kann diese Person auch kleine Aufgaben übernehmen, zum Beispiel:
- regelmäßige Sichtkontrolle
des Fahrzeugs - Reinigung oder Organisation
einer Reinigung - Unterstützung bei Wartungsterminen
(z. B. Reifenwechsel oder Inspektion)
Für dieses Engagement ist eine entsprechende Gegenleistung (z. B. freie Nutzungszeiten) möglich.

Stärke des Modells:
- Flexibel an lokale Gegebenheiten anpassbar
- Klare Aufgaben, gemeinsam getragen
- Nähe und Vertrauen vor Ort
- Ein Projekt aus dem Dorf für das Dorf
Auto-Teilen ist mehr als ein Mobilitätsangebot,
es ist ein gemeinschaftliches Projekt, das vom Engagement vor Ort lebt.
Warum
elektrisch
fahren?
Elektroautos sind eine moderne und effiziente Form der Mobilität.
Sie fahren lokal emissionsfrei, sind leise und besonders angenehm im Alltag.
Die wichtigsten Vorteile:
Einfach zu fahren
- Einfach einsteigen und losfahren
- Automatik, kein Schalten
- Ruhiges Fahrgefühl
- Keine Startprobleme im Winter
Leise und emissionsfrei unterwegs
Elektroautos fahren nahezu geräuschlos und verursachen während der Nutzung keine Abgase. Sie verbessern besonders in Wohngebieten die Lebensqualität und tragen zu sauberer Luft und weniger Lärmbelastung bei.
Geringer Wartungsaufwand
Weniger bewegliche Teile bedeuten weniger Verschleiß: Ein Elektromotor besitzt nur einen Bruchteil der beweglichen Teile eines Verbrennungsmotors (ca. 20–50 statt 1.000–2.000). Ölwechsel und Kupplung entfallen.
Effizient
Elektroautos nutzen Energie bedeutend effizienter:
Bei Verbrenner gehen 75–80 % der eingesetzten Energie als Wärme und Reibung verloren. Nur etwa 20–25 % werden tatsächlich für den Antrieb genutzt.
Elektroautos nutzen dagegen rund 70–80 % der eingesetzten Energie für die Fortbewegung. Der Elektromotor selbst erreicht einen Wirkungsgrad von etwa 85–95 %.
Wie viel Energie braucht ein Auto für 100 km?
- Verbrenner (± 5,5 L Diesel o. 6,5 L Benzin)
55kWh
- Elektroauto (Durchschnitt)
18 kWh
(23 kWh im Winter, 16 kWh im Sommer)
Elektroautos sind im Energieverbrauch rund 3x effizienter als Verbrenner.
Quelle: ADEME und Patrick Plötz (Fraunhofer ISI)

Reichweite
Elektroautos sind heute in großer Vielfalt verfügbar, vom Kleinwagen bis zum Familienfahrzeug. Die Reichweiten moderner Modelle liegen je nach Fahrzeugtyp meist zwischen 250 und 500 km, bei größeren Fahrzeugen auch deutlich darüber. Für den Alltag ist das in der Regel mehr als ausreichend.
Kleinwagen
250-350 km
Mittelklasse
350-500 km
Langstrecke
500-700 km
Im Winter kann die Reichweite je nach Temperatur und Nutzung um 20–30 % sinken. Moderne Fahrzeuge gleichen dies jedoch zunehmend durch effizientere Batterien und Wärmepumpen aus.
Einfach laden & günstig unterwegs
Schnellladestationen (150-350 kW) ermöglichen eine Ladung von 20 auf 80 % in 20–40 Minuten. Zu Hause kann das Auto, während es ohnehin nicht genutzt wird, über mehrere Stunden bei geringer Leistung (z.B. 5 kW) geladen werden.
Die Energiekosten pro Kilometer liegen meist deutlich unter denen eines Verbrenners, besonders beim Laden zu Hause oder mit eigener Photovoltaikanlage.
- Laden zu Hause: 5–7 € pro 100 km
- Mit eigener Photovoltaik: 3,5–5 € pro 100 km
- Verbrenner: häufig 10–15 € pro 100 km
Klima,
Ressourcen &
Recycling

Elektromobilität ist nicht perfekt - aber ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität.
CO₂-Bilanz
Die Herstellung eines Elektroautos verursacht mehr CO₂ als die eines Verbrenners – vor allem wegen der Batterie. Im Betrieb holt das Elektroauto diesen „Startnachteil“ oft schon nach einigen zehntausend Kilometer auf.

Die Batterie erhöht die Emissionen bei der Herstellung um rund 40%: 11 t CO2 äq gegenüber 8 t CO2 äq bei einem Verbrenner.
Nach 200.000 km liegt der Stromer insgesamt bei 30% der Emissionen eines Verbrenners:
- Stromer (EU-Strommix): ca. 14,4 t CO₂ äq
- Stromer (100 % erneuerbarer Strom): ca. 12,2 t CO₂ äq
- Verbrenner: ca. 48,3 t CO₂ äq
Die Grafik zeigt die CO₂-Bilanz eines Mittelklassefahrzeugs in der EU.
Quelle: Darstellung auf Basis von ICCT, Life-cycle greenhouse gas emissions from passenger cars in the European Union (2025).
Ressourcen, Recycling & Zukunft
Batterien benötigen Rohstoffe, doch die Technologie entwickelt sich kontinuierlich weiter. Gleichzeitig enthalten auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor kritische Materialien, etwa im Katalysator. Entscheidend ist daher nicht nur der heutige Stand, sondern vor allem die Entwicklung: Batterien werden effizienter, benötigen weniger kritische Rohstoffe und lassen sich zunehmend recyceln.
Entwicklung der Batterietechnologie
- Frühere und teils noch heute
eingesetzte Lithium-Batterietypen
(NMC/NCA) ermöglichen hohe
Reichweiten, benötigen jedoch
Rohstoffe wie Nickel und Cobalt. - Heute kommen zunehmend LFP-
Batterien zum Einsatz, die ohne diese kritischen Materialien auskommen. - Zukünftig könnten Natrium-Batterien den Bedarf an knappen Rohstoffen weiter reduzieren.
Recycling
Batterien werden in der EU nicht einfach entsorgt, sondern systematisch gesammelt und recycelt. Dabei können viele wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen und erneut verwendet werden. Ziel ist ein geschlossener Materialkreislauf, von der Nutzung über das Recycling bis zur neuen Batterie.
- Recycling ist in der EU verpflichtend geregelt
- Hersteller müssen die Rücknahme
und Verwertung sicherstellen, auch eine Zweitnutzung ist möglich - Bis zu 90–95 % wichtiger Metalle (z. B. Nickel, Cobalt, Kupfer) können zurückgewonnen werden
- Auch Lithium wird zunehmend recycelt (Ziel: bis zu 80 %)